Smartphone-App als Schutzmaßnahme für Wanderer

Das Beweisfoto erreichte uns soeben. Es entstand direkt am zukünftigen "Wolf-Gang". Das Gebiet um die Hohe Bracht zählt bereits zu den Wolfsrevieren.
Das Beweisfoto erreichte uns soeben. Es entstand direkt am zukünftigen „Wolf-Gang“. Das Gebiet um die Hohe Bracht zählt bereits zu den Wolfsrevieren.

Hobby-Schafzüchter Klaus Ritter (Mölle) aus Grevenbrück machte vor einiger Zeit eine Entdeckung, die seitdem die Jagd- und Naturschutzbehörden im Sauerland in Atem hält. Bei der Osterfeuer-Nachtwache am Kreuzberg konnte er zwei Tiere beobachten, die er im Schein des Lagerfeuers anfangs für streunende Schäferhunde hielt. Bei genauerem Hinsehen kam der Verdacht auf, dass es sich hier um Wölfe handeln könnte.
Ein Anruf bei der Unteren Forstbehörde Olpe (UFO) am nächsten Tag brachte die Aufklärung. Es lagen an diesem Morgen bereits mehrere Hinweise von Wanderern vor, die Wölfe im Gebiet zwischen Grevenbrück und Hoher Bracht gesehen haben. Um die Bevölkerung nicht zu beunruhigen, wurden die Zeugen angehalten, erst einmal Ruhe bewahren.

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Wolfram Lupus von der Forstgehörde ließ jetzt eine Bombe platzen: „Nach 150 Jahren sind wieder Wölfe zurückgekehrt ins Sauerland!“ Im Jahre 1865 war der letzte Wolf in der Nähe von Grevenbrück gesehen worden, in dem Jahr wurde dort übrigens ein Schützenverein gegründet.
Aus dem Osten kommend, haben sich in Niedersachsen heute bereits wieder einige Wölfe niedergelassen und auch im Wittgensteiner Land wurde kürzlich ein Tier an einer Bundesstraße gesichtet. Unterhalb der Hohen Bracht hatten Spaziergänger kürzlich mehrere Wildschweingerippe im Wald gefunden. Ein Anzeichen dafür, dass ein Wolfsrudel zugeschlagen hat.
„So wird sich der Schwarzwildüberschuss durch die natürliche Nahrungskette wieder stabilisieren“, betont Lupus. Eine Gefahr für den Menschen besteht vorerst nicht. „Der Wolf ist zwar ein Raubtier, hat aber große Scheu vor Menschen“. Da sich Begegnungen mit Spaziergängern dennoch nicht vermeiden lassen, hat die UFO bereits Vorkehrungen getroffen. So wurden bereits Wölfe einzeln registriert und mit elektronischen Halsbändern versehen, in die Peilsender intergriert sind.

Klaus Ritter zeigt auf die Stelle, wo er die Wölfe zum ersten Mal gesehen hat. Die Warnschilder müssen seit 1. April 2015 in allen Wolfs-Revieren angebracht werden.
Klaus Ritter zeigt auf die Stelle, wo er die Wölfe zum ersten Mal gesehen hat. Die Warnschilder müssen seit 1. April 2015 in allen Wolfs-Revieren angebracht werden.

In Zusammenarbeit mit der bundesweiten Wolfs-Wachstums-Förderung (WWF) wurden an den Grenzen zu vermeintlichen Wolfsrevieren Warnschilder aufgestellt. Abgebildet ist eine Wolfspfote und ein QR-Code, über den sich auf dem Smartphone in wenigen Augenblicken ein einfaches Programm installieren lässt.
Nähert sich ein registrierter Wolf bis auf 27,5 Meter, warnt die WolfsApp den Besitzer durch eine Vibration des Handys. Steht der Wanderer trotzdem einmal einem Rudel Wölfe gegenüber, startet er die WolfsApp und drückt die rote Warntaste. Es ertönt ein Heulen und das Knurren eines Leitwolfes, welches den Tieren signalisiert, dieses ist nicht ihr Revier, und sie ergreifen sofort die Flucht. Weitaus harmloser ist die Begegnung mit einem einsamen grauen Wolf. Hier drückt man die grüne „Streicheltaste“: ein sehr zaghaftes Heulen deutet dem Wolf an, dass hier keine Gefahr besteht. Das Tier wird zutraulicher und man kann ein Foto mit dem seltenen Räuber machen. Über die App wird das Bild direkt mit Standortbestimmung zur nächsten Station der UFO geschickt. Das Foto nimmt automatisch an dem Wettbewerb „Ich und der Wolf“ teil. Wichtig ist, dass man die Tasten nicht verwechselt.
Gewarnt wird dennoch vor den sogenannten „Selfies“ mit einem Wolf, insbesondere bei Vollmond – und der kommt bereits in der Nacht auf Ostersonntag.

Selfie mit Wolf - 1865
Selfie mit Wolf – 1865

Da Schafe auf dem Speiseplan des Wolfes immer noch ganz oben stehen, hat sich Klaus Ritter ebenfalls der Vorzüge dieser App bedient. An der Umzäunung seiner Schafsherde wurden Handys mit der WolfsApp angebracht, die im Notfall das Wolfsgeheul wiedergeben. Alle Schafe rücken aus Angst sofort eng zusammen, und der Wolf ergreift die Flucht in der Annahme, wer wäre im falschen Revier.
Auch die Tourismusbranche verspricht sich einen Aufschwung durch die neuen Zuwanderer. Die Wanderstrecke „A24“, an dem die Wölfe bereits mehrmals gesichtet wurden, wird zum Erlebniswanderweg „Wolf-Gang“. Hochsitze entlang des Weges sollen zu Aussichtsplattformen umgebaut werden.

Warnschild mit QR-Code
Warnschild mit QR-Code

Hier geht’s direkt zur WolfsApp

6 Antworten

  1. Mail einer Leserin an den Sauerlandkurier:
    Hilfe, ich sitze fest!!!!!
    Auf einem Höhenweg , in der Nähe der Hohen Bracht, stand ich gestern einem furchterregenden Wesen gegenüber. Es war gefühlte zwei Meter groß und bleckte mich mit seinen gefährlichen Reißzähnen lächelnd an. Einen gierigen Blick warf es in mein Körbchen, das u.a. mit Kuchen und Obst für die Großmutter gefüllt war.
    Dann ging alles sehr schnell.
    Seit gestern sitze ich im Bauch des Unwesens fest. Gott sei Dank hatte ich auch den Sauerlandkurier in meinem Körbchen. So wusste ich sehr schnell, dass es sich bei dem Unwesen um den beschriebenen Wolf handeln muss. Da die App nicht funktioniert, habe ich nach anderen Möglichkeiten gesucht, mich aus dieser misslichen Lage zu befreien. Deshalb versuche ich es jetzt noch mit einer Mail per Tablet. Ich hoffe, dass das WLan Netz hier funktioniert und bitte darum, mich aus der Höhle des Löwen, pardon, aus dem Bauch des Wesens zu befreien.
    Mit freundlichen Grüßen
    Hildegard
    P.S. Lassen Sie sich ruhig Zeit. Hier drin ist es schön warm.

  2. Einst stand ein Schaf auf einer Wies’
    gewandt in warmes weißes Vlies.
    Auf einmal trat aus Börger‘s Wald
    der Wolf hervor, denn ihm war kalt.
     
    Mit einer Schere in der Hand
    stahl er dem Schaf das Wollgewand,
    schlüpfte in den Pelz hinein
    und schlief wohlbehütet ein.
     
    Doch mit Schafspelz ausgestattet
    wurde er vom Bock begattet!
    Dann kam ein Lämmlein,
    Milch zu saugen;
    der Wolf, er machte große Augen.
     
    Der Wolf – erschöpft –
    konnt’ sich nicht wehren,
    der Mölle holte ihn zum Scheren.
    Am Ende stand er nackig dar –
    ohne Pelz und eignes Haar!
    In diesem Sinne, Frohe Ostern 😉

  3. Mail an Sauerlandkurier:
    Hallo liebes Kurierteam!
    Da meine Frau und ich gerne in den Sauerländer Wäldern wandern, habe ich mir die Wolfwarnapp (wwa) sofort runtergeladen.
    Gibt die App doch ein Gefühl von Sicherheit. Vielen Dank dafür!
    Bin dann gestern Abend noch auf den Osterkopp (Niederstepoorte Attendorn) gegangen, um nach unseren Bürden (zusammengbundenes Zweigwerk) zu schauen.
    Und wie es der Zufall will,kam aus dem Gebüsch ein einsamer grauer Wolf.Ich nahm sofort mein Handy zur Hand und „tatschte“auf die grüne EINSAMERWOLFTASTE. Der Wolf kam dann zu mir und fraß ein Stück von meinem Kümmelsemmel (ungesegnet).
    Konnte leider kein Foto machen,da sich der Wolf nach ein paar Bissen aus dem Staub machte!!!!

    Wünsche Ihnen schöne Ostertage und „guet Füer“
    Reinhold Schneider

  4. Schlechter Aprilscherz wenn es einer sein sollte.
    Wölfe erkämpfen sich ihr Revier, da hilft keine „APP“ die den Wölfen klar machen soll, dass dies „unser“ Revier ist. Damit macht man sie nur wütend.

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